Nachhaltigkeitsstrategie für den Landkreis Barnim – Studierende sind gefragt

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Julia Hieronimus und Dr. Wilhelm Benfer

Der Landkreis Barnim (Brandenburg) ist derzeit dabei, eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln. Er hat für sein Konzept „Nachhaltiger Barnim“ eine Förderung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Rahmen der Modellvorhaben der Raumordnung erhalten. Die Nachhaltigkeitsstrategie soll einen übergeordneten Rahmen für die verschiedenen Aufgabenfelder des Landkreises mit den unterschiedlichen Planungen und Entwicklungskonzepten darstellen. Bislang werden Konzepte für den Öffentlichen Nahverkehr, Abfallentsorgung, Tourismus, Wirtschaftsförderung, Landschaftsrahmenplan etc. separat voneinander entwickelt und umgesetzt. Hier soll die Nachhaltigkeitsstrategie in den kommenden Jahren für die Arbeit des Landkreises eine übergreifende Orientierung bieten – und das immer unter der Maßgabe, dass diese Aufgaben auch langfristig finanzierbar sind. Eine knifflige Aufgabe. Der Landkreis holt sich daher Unterstützung von einem noch zu beauftragenden Planungsbüro – und beim Weiterbildungsstudiengang „Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement“ der in unmittelbarer Nähe der Kreisverwaltung gelegenen Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).

Dr. Wilhelm Benfer, Leiter des Strukturentwicklungs- und Bauordnungsamtes, leitet das Projekt und ist im Beirat des Studiengangs. Er lud die Teilnehmer*innen des Moduls „Entwicklung einer robusten Nachhaltigkeitsstrategie“ ein, mit dem Landkreis erste Eckpunkte einer solchen Strategie zu entwickeln. In einer ersten Sitzung im Dezember 2016 stellte Herr Dr. Benfer und die Projektbearbeiterin Frau Hieronimus den Studierenden die Ausgangsbedingungen im Landkreis vor. Anschließend diskutierten die Studierenden, welche Anforderungen bei der Entwicklung der Strategie beachtet werden sollten.

Studiengangsleiter Prof. Dr. Benjamin Nölting ist von der Aufgabe fasziniert: „Bislang gibt es viele Nachhaltigkeitsstrategien für Unternehmen, aber praktisch noch keine Erfahrungen, wie dies für einen Landkreis aussehen könnte. Die Teilnehmer*innen des Strategischen Nachhaltigkeitsmanagement können ihr Wissen aus dem Modul ganz praktisch anwenden und weiter vertiefen. Dabei lernen sie ganz realistisch, was es für eine passgenaue Nachhaltigkeitsstrategie braucht, welche Methoden sich eignen und welches Vorgehen sinnvoll ist. Umgekehrt profitiert der Landkreis Barnim von ihren Ideen, ihrem Engagement und ihrem Fachwissen auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand, das sie in die Strategieentwicklung einbringen – und das immer unter fachlicher Anleitung aus Wissenschaft und Praxis.“

Das passt auch sehr gut zur Transferstrategie, die die Hochschule für nachhaltige Entwicklung im Sommer 2016 verabschiedet hat. Darin geht es darum, wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsergebnisse für die Praxis fruchtbar zu machen und anzuwenden. Dabei sollte ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung geleistet werden, ganz wie der Name der Hochschule es verspricht.

In dem Modul „Entwicklung einer robusten Nachhaltigkeitsstrategie“ werden diese Ansätze in den kommenden Wochen weiter vertieft. Im Februar 2017 wird ein Workshop mit den Studierenden und Vertreter*innen des Landkreises Barnim durchgeführt, bei dem ein systemisches Leitbild für die Nachhaltigkeitsstrategie entworfen wird. Angeleitet wird dieser Workshop von Jürgen Schmidt, Gründer des umweltfreundlichen Büroartikelhändler memo AG und Träger des Deutschen Umweltpreises 2011. Seit 2013 ist er Senior Berater beim terra institute, Brixen, wo er diese Methode einsetzt, um Unternehmen und Organisationen bei einem tiefgreifenden Wandel hin zu zukunftsfähigen Strukturen zu begleiten. Dieses Leitbild wird eine wichtige Zuarbeit für den Landkreis und das Planungsbüro bei der weiteren Ausarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie sein.

 

Foto der Kreisverwaltung/Paul-Wunderlich-Haus unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Paul-Wunderlich-Haus

 

 

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