Urlaub CO2 neutral mit den Waldaktien in Mecklenburg-Vorpommern

Der Verkehrssektor ist im besonderen Maße an den Treibhausgasemissionen beteiligt.

Im Urlaub entspannen wir und nehmen uns eine Auszeit. Doch wie sieht es mit der Natur um uns herum aus? Das steigende Verkehrsaufkommen belastet die Umwelt gerade im Urlaub mit erhöhten Kohlendioxid-Emissionen. Hier setzt das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern mit dem Verkauf von Waldaktien an. Sie gestalten den Urlaub CO2 neutral. Doch die Nachfrage ist noch gering. Gerade einmal 0,13% der ankommenden Urlaubsgäste nutzen das Angebot der Waldaktie.

Welche Gründe dahinter stecken könnten, versucht Cornell Kuithan, Absolvent des berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement“ zu klären. In seiner Masterarbeit widmet er sich dem Thema der internen und externen Einflussfaktoren, die zu einer ökologischen Ausgleichszahlung anregen oder diese verhindern, am Beispiel der „Waldaktie M-V“.

Was ist die Waldaktie?

Urlauber*innen in Mecklenburg-Vorpommern haben die Möglichkeit den ökologischen Schaden ihrer Urlaubsreise, in Form der urlaubsbedingten CO2-Emissionen, durch den Erwerb von Waldaktien zu kompensieren. Die Waldaktie ist ein sinnbildlicher Beitrag zur Minderung der CO2-Bilanz. Durch den Kauf (10 € pro Waldaktie) wird der Teil einer Grünlandfläche (fünf Quadratmeter) mit Waldbaumarten und Straucharten aufgeforstet und gepflegt. Mit dem Erwerb von zehn Quadratmetern kann die auf diesem Wege neu entstandene Waldfläche die urlaubsbedingten CO2-Emissionen eines 14-tägigen Urlaubs einer vierköpfigen Familie kompensieren.

Gegenstand der Masterarbeit

Alle zwei Jahre veröffentlicht das Umweltbundesamt eine Studie zum Umweltbewusstsein und Umwelthandeln.

Die Waldaktie neutralisiert nicht nur die urlaubsbedingten CO2-Emissionen. Mit dem Kauf entstehen Klimawälder, die widerum für die Urlauber*innen zur Verfügung stehen. Mit Schautafeln, Führungen und Bildungsveranstaltungen wird über das Potenzial des wachsenden Holzes und weitere Möglichkeiten des Klimaschutzes informiert. Bei regelmäßigen Baumpflanzungen können Urlauber überdies selbst Hand anlegen und den von ihnen gespendeten Baum einpflanzen. Die Nachfrage hält sich jedoch noch in Grenzen. Hier setzt Cornell Kuithan mit der wissenschaftlichen Untersuchung der internen und/oder externen Einflussfaktoren, die zu einem umweltschonenden Verhalten führen können oder nicht, an. Dabei stützt er sich vor allem auf die Studie vom Umweltbundesamt (UBA) zum „Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland 2014 “. In der Masterarbeit wird folgende Leitfrage geklärt:

  • Welches sind die Auslöser und Gründe der Entscheidung für oder gegen die Zahlung eines finanziellen Ausgleiches des entstandenen CO2-Ausstoßes, durch den Kauf der „Waldaktie M-V“ ?
Methodisches Vorgehen

Auf der Grundlage der Leitfrage wurden neun Hypothesen formuliert, die mit der Auswertung von Fragebögen bestätigt oder widerlegt wurden. Diese Fragebögen wurden von Personen, die ihren Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern, ferner auf der Insel Rügen in der Woche vom 22. bis zum 29.10.2016 verlebten, beantwortet. Mit Hilfe dieser quantitativen Umfrage konnten bestimmte Verhaltensweisen erfasst und deren Zustandekommen vor dem Hintergrund diverser psychologischer Handlungsmodelle erklärt werden. Die Diskrepanz zwischen Umweltwissen und Umwelthandeln wurde dabei im besonderen Maße behandelt.

Ergebnisse der Masterarbeit

Bei der Auswertung der Fragebögen konnten vier der neun Hypothesen bestätigt werden. Unter anderem ergab die Stimmenmehrheit, dass die Waldaktie ein glaubwürdiges und ein innovatives Projekt zum Klimaschutz darstelle und das Anpflanzen von Bäumen eine geeignete Kompensationsmaßnahme ist. Dennoch ist das Umwelthandeln divergierend mit dem Umweltbewusstsein. Zusätzliche Probleme stellen die fehlenden Informationen und Kommunikationen um die Waldaktie dar. Denn 73% der Personen kannten diese nicht. Cornell Kuithan stellt auf Grundlage der Probleme einige Lösungsvorschläge vor. Unter anderem müssen neue Maßnahmen zur Etablierung neuer Verhaltensweisen entwickelt werden. Potential sieht er vor allem in der erweiterten Kaufmöglichkeit der Waldaktie in Tankstellen. Der Erwerb der Waldaktie sollte an den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch je 100 Personenkilometer und den damit verbundenen Ausstoß an CO2-Äquivalenten gekoppelt sein. Bei dem Tanken wird direkt auf das wissentlich umweltschädigende Handeln aufmerksam gemacht. Mit dem freiwilligen Kauf der Aktie kann der als unangenehm empfundene Gefühlszustand verringert werden.

Mit diesen Ergebnissen und Vorschlägen könnte die Waldaktie in Zukunft öfter genutzt und der CO2 – Ausstoß kompensiert werden. Die Analyse der Handlungsmuster von Cornell Kuithan stellt dabei einen wichtigen ersten Schritt dar.

Webseite: Waldaktie M-V

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