Einblick in Modul 3: Konstanze Kummrow berichtet über „Nachhaltig für Erfurt“

Der berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengang „Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement“ der HNE Eberswalde umfasst acht Module und führt in zwei Jahren zum Abschluss Master of Arts. Der modulare Aufbau ermöglicht aber auch sich individuell karrierebegleitend mit einzelnen Zertifikatskursen weiterzuqualifizieren. Mit dem Modul 3 „Nachhaltigkeitsprojekt – Von der Idee zur Umsetzung“ zum Beispiel entwickeln Sie als Teilnehmer*innen Lösungen für ein Nachhaltigkeitsproblem Ihres Unternehmens oder Ihrer Organisation.

Konstanze Kummrow wird im Sommersemster 2018 im Studiengang „Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement“ das Modul M3 „Nachhaltigkeitsprojekt“ mit der Realisierung des Projekts „Nachhaltig für Erfurt“ abschließen.

Eine der Studierenden, die wir heute im Interview haben, ist Konstanze Kummrow. Sie ist Abteilungsleiterin Vertrieb Großkunden der SWE Energie GmbH, ein Unternehmen der Stadtwerke Erfurt.

Liebe Frau Kummrow, Sie haben sich für den berufsbegleitenden Weiterbildungsmaster „Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement“ entschieden. Haben Sie sich vor dem Studienbeginn schon mit Nachhaltigkeit auseinandergesetzt?

Mit dem Thema Nachhaltigkeit habe ich mich vor dem Studium noch nicht bewusst auseinandergesetzt. Allerdings wurde mir während des Studiums klar, dass ich schon versucht habe mich nachhaltig zu verhalten. Denn ich habe bereits viele Dinge vor dem Studium in Frage gestellt, wie zum Beispiel der verschwenderische Umgang mit Ressourcen oder die Veränderung von Landschaften und der daraus resultierende Rückgang der Artenvielfalt.

Was hat Sie dazu bewogen neben dem Job noch eine Qualifizierung im Nachhaltigkeitsbereich zu beginnen?

Für mich stand nicht der Erhalt der Qualifizierung oder des Abschlusses im Vordergrund. Mir wurde während der Teilnahme an den ersten Semestern des Moduls „Nachhaltigkeitsprojekt“ bewusst, dass ich gerne noch mehr über das Thema Nachhaltigkeit erfahren möchte. Denn ich finde es nach wie vor spannend, mich damit auseinanderzusetzen. Und die Frage: „Was macht ein gutes Leben aus?“ behalte ich dabei immer in meinem Hinterkopf. Mein stetig wachsendes Interesse führte dann zu dem Entschluss weitere Module (M2, M7) des Studiengangs zu belegen und ihn dann auch abzuschließen.

Dieser Abschluss wird meiner Meinung nach sehr hilfreich sein, wenn man sich beruflich in Richtung Nachhaltigkeit umorientieren möchte oder das Thema bei den Arbeitgeber*innen eine größere Rolle spielen soll.

Auch die Präsenzphasen in Eberswalde an der HNE finde ich immer sehr wertvoll. Es kommen Menschen mit einem völlig unterschiedlichen beruflichen Hintergrund aus ganz Deutschland zusammen, die eine Gemeinsamkeit haben – das Interesse am Thema Nachhaltigkeit und den Wunsch, etwas zu bewegen – jede*r auf seine eigene Art.

 

Eines der Zwischenergebnisse ist das Poster, welches im Rahmen des Moduls entstanden ist.

Haben sich Ihre Aufgaben im Job durch den Masterstudiengang verändert?
Meine Aufgaben haben sich nicht auf dem Papier geändert, ich müsste mich also nicht mit dem Thema Nachhaltigkeit in meiner beruflichen Tätigkeit auseinandersetzen. Aber ich habe zum Glück die Möglichkeit dazu und kann etwa dazu beitragen, dass das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen wieder mehr in den Vordergrund rückt. Dies wird mir direkt durch die Wiedereinführung der Nachhaltigkeitsberichterstattung möglich gemacht. Indirekt engagiere ich mich stark bei Themen wie nachhaltige Mobilität und Energieversorgung.

 

In Modul M3 kann ein konkretes Problem für Unternehmen gelöst oder ein Referenzprojekt mit neuen Partnern*innen aufgebaut werden. Wo setzen Sie mit Ihrem Projekt an und welche Ziele verfolgen Sie dabei?

Die SWE Stadtwerke Erfurt GmbH als Projektpartner sieht die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts als Anlage zum Geschäftsbericht vor, was auch das oberste Ziel in meiner Projektarbeit ist.

Es wäre auch wünschenswert, mit der Berichterstattung ein stärkeres Bewusstsein für die Bedeutung einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung bei den Mitarbeiter*innen und dem Führungspersonal der gesamten Unternehmensgruppe zu schaffen und damit einhergehend zunehmende Aktivitäten und eine regelmäßige Nachhaltigkeitsberichterstattung nach anerkannten Regelwerken wie DNK oder GRI, beginnend mit dem Geschäftsbericht 2018, anzustoßen. Darüber hinaus soll der Bericht den internen und externen Stakeholdern verdeutlichen, dass in sämtlichen Unternehmensbereichen bereits sehr viel für eine nachhaltige Entwicklung getan wird.

Welchen weiteren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung möchten Sie mit dem Projekt leisten?

Mit dem Nachhaltigkeitsbericht als Baustein für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung soll nicht nur informiert werden. Es sollen auch Anreize geschaffen werden, um an die bestehenden Aktivitäten anzuknüpfen, sie auszubauen und eine nachhaltige Unternehmenskultur entwickeln zu können. Dabei ist auch ein vergleichbarer Effekt auf der Ebene der Kunden (Privatpersonen und Unternehmen) als externe Stakeholder wünschenswert.

Welche Hürden sehen Sie in der Durchführung des Projekts?

Das Hauptrisiko des Projektes liegt darin, dass einzelne Tochterunternehmen nicht mit ihrer Rolle im Nachhaltigkeitsbericht zufrieden sind, da sie sich nicht ausreichend im Bericht wiederfinden. Diesem Risiko kann man aber mit einer engen Kommunikation und wiederholten Rückkopplungen begegnen. So ist es aktuell erforderlich, dass das Detailkonzept noch einmal in den Unternehmen vorgestellt wird und diese die Möglichkeit der Mitwirkung erhalten. Eine gute Kommunikationsbasis ist in diesem Projekt sehr wichtig.

Das Modul M3 läuft über drei Semester und umfasst drei Phasen: Projektdefinition (M3a), Managementplan (M3b), Prozessmanagement und Umsetzung (M3c). Sie haben bereits die ersten zwei Phasen abgeschlossen. Welche (Zwischen-)Ergebnisse können Sie schon aufzeigen?

Interne, prozessspezifische Meilensteine, wie Workshops und Gespräche, konnten bereits abgeschlossen werden. Sodass jetzt, wie oben genannt, eine Vorstellung des Detailkonzeptes in den Unternehmen stattfinden kann. Das Modul 3b konnte ich mit dem Managementplan und dem Poster zum Ablauf des Projektes abschließen.

Welche wichtigen Erkenntnisse, die vielleicht auch Wendepunkte hervorgerufen haben, konnten Sie für das Projekt und auch für sich selbst gewinnen?

Die wichtigste Erkenntnis für mich war, dass für den Erfolg eines Projekts wichtige Grundvoraussetzungen, wie die eigene Motivation, Überzeugung und auch Ausdauer, vorhanden sein müssen. Zudem sollte man sich keine unrealistischen Ziele setzen, da sie nur zu Enttäuschung führen und die Gefahr groß ist, dass man viel Zeit und Energie investiert und am Ende keinen Schritt weiterkommt.

Hat sich Ihr Verständnis von Nachhaltigkeit im Verlauf verändert und wenn ja, wie?

Ja, mein Verständnis ist differenzierter geworden. Ich halte den Begriff allerdings bis heute für schwierig, da er Personen, die sich noch nicht mit Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben, nicht in kurzen Worten zu erklären ist. Die vielen Begriffsdefinitionen unterstreichen diesen Aspekt noch mal. Ich finde eine Kombination aus dem 3 Säulen Modell und dem Blick auf die Generationengerechtigkeit am besten greifbar.

Zum Schluss möchten wir noch von Ihnen wissen, welche Empfehlungen Sie anderen Teilnehmer*innen für die erfolgreiche Durchführung des Moduls M3 mitgeben?

Es ist zunächst wichtig die theoretischen Grundlagen für die Durchführung eines Projekts zu erlernen.  Vor allem dann, wenn man nicht ohnehin schon in der Praxis Projekte geleitet hat. Bei der Auswahl des Themas ist es besonders wichtig, eines zu wählen für das man brennt. So kann man auch andere dafür begeistern, was bei der Suche von Auftraggeber*innen immens wichtig ist.

Man sollte sich selbst fragen, wofür man den Studiengang belegt, was man in 3, 5 oder auch 10 Jahren erreichen will und wie das Projekt dazu beitragen kann, dieses größere Ziel zu erreichen. Das ist meines Erachtens am wichtigsten für eine erfolgreiche Durchführung.

Liebe Frau Kummrow, vielen Dank für das Gespräch!

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