Weniger reden, mehr tun: Best Practice Beispiele für nachhaltige Stadtentwicklung

Nachhaltige Stadtentwicklung

Die Bevölkerungszahlen in den Städten steigen an. Immer mehr Menschen verlassen die ländlichen Regionen und begeben sich in die urbanen Ballungszentren. Damit wächst dort für die Infrastruktur und das Bauwesen ein besonderes Erfordernis: Die Entwicklung der Wohnräume soll nachhaltig gestaltet werden, um Kosten zu senken und die Effizienz einzelner Maßnahmen zu erhöhen.

Die Nachhaltigkeit als Ziel
Erreichen ließe sich der Zweck, indem die Stadtentwicklung künftig mehr denn je auf drei ökologischen und ökonomischen Säulen basiert. Die erste von ihnen wird in einem allgemein gesenkten Energieverbrauch gesehen – sowohl für die Bauphasen als auch im Alltag der Bürger. Die zweite Säule soll die effektive Verwertung der vorhandenen Räume umfassen, damit einen umfangreichen Wohnungsbau ermöglichen und die verfügbaren Flächen einer Nutzung zuführen. Zusätzlich wird das Ziel angestrebt, in den kommenden Jahren weniger Abfall zu produzieren. Werkstoffe, die im Bau sowie im allgemeinen Leben verwendet werden, sollen wiederverwendbar sein, statt neu hergestellt werden zu müssen.

Auch in öffentlichen Gebäuden möglich
Allerdings darf der Blick bei der nachhaltigen Stadtentwicklung nicht alleine auf dem Wohnungsbau liegen. So nimmt etwa das Bahnhofsgebäude in Kerpen-Horrem eine Vorreiterrolle ein: Dank Fotovoltaik und Geothermie wird der Bau ausschließlich durch ökologisch unbedenkliche Ressourcen beheizt und mit Energie gespeist. Er gilt als erster klimaneutraler Bahnhof Europas. Ähnlich innovativ präsentiert sich die Weinbergskirche in Dresden. Sie verzichtet bei der Beheizung auf endliche Rohstoffe wie Kohle oder Öl – stattdessen setzt sie neben Sonnenkollektoren auf Abwasser, das als Antrieb einer Wärmepumpe genutzt wird. Ein Vorgehen, das Kosten senkt und einen wertvollen Beitrag für die Umwelt leistet.
Infografik-entega Nachhaltige Stadtentwicklung
 

 

 

 

Strom und Gas aus dem Garten
Wie wichtig aber zugleich die unbebauten Nutzflächen wie Wälder oder Felder sein können, zeigt eine Biogasanlage aus Gailingen. Sie wird mit Wildpflanzen gespeist, die in der Saat sowie der Düngung keine besonderen Ansprüche hegen. Doch auch im kleinen Stil lässt sich ein ähnliches Vorgehen umsetzen. Gartenbesitzer können jene Gase zur Energie- und Wärmeerzeugung verwenden, die durch das Vergären von gemähtem Rasen, gefallenem Laub oder gekürzten Zweigen entstehen. Sogar der Abfall wird dabei reduziert, da die übrig bleibenden pflanzlichen Reste als Biodünger sowie das austretende Presswasser für die Flüssigdünung zum Einsatz kommen können.

Das virtuelle Kraftwerk der Zukunft
Wie der Begriff der Nachhaltigkeit auch verstanden werden kann, beweist das „Erneuerbare Kraftwerk“ in Breklum. Hierbei handelt es sich nicht um ein Gebäude mit Wänden und einem Dach – sondern um eine digitale Schnittstelle zwischen Erzeugern und Abnehmern von ökologischem Strom. Rund 250 Betreiber haben sich zu diesem Netzwerk zusammengeschlossen. Sie stellen den Haushalten und Unternehmen die produzierte Wärme sowie den Strom zur Verfügung. Auf diese Weise lässt sich zugleich der Verbrauch sehr präzise messen, wodurch für der Zukunft weitere Senkungen möglich sind. Fraglich hierbei ist einzig, ob sich dieses Modell auch auf mehrere eintausend Haushalte umsetzen ließe.

Jede Stadt ist ein Individuum
Die vorgenannten Beispiele mögen wertvolle Dienste für die Nachhaltigkeit leisten. Ob sie aber auch in anderen Ballungszentren einsetzbar sind, müsste stets im Einzelfall entschieden werden. Der jeweilige Standort unterliegt diversen Faktoren, die die Erzeugung und Verwendung der Energie beeinflussen. Ein einheitliches Konzept, das sich für jede im Umbau befindliche Stadt anwenden lässt, könnte somit ein weiteres Ziel für die Zukunft darstellen. Hierbei muss jedoch vorab ermittelt werden, welche Bedürfnisse die Zivilisation in den kommenden Jahrzehnten besitzen wird und wie die Stadtentwicklung entsprechend angeglichen werden kann. Langfristig wird das Bauwesen daher erheblichen Veränderungen unterworfen sein – zum Wohle der Umwelt und der Gesellschaft.

 

Mehr Informationen finden Sie unter https://www.entega.de/blog/nachhaltige-stadtentwicklung-deutschland/

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