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SUMMARY:Mit der Energiewende in den grünen Neokapitalismus – Eine Kritik der Technoökologie
DESCRIPTION:Die Energiewende wird heute allenthalben als der Ausweg aus der ökologischen Krise verstanden. Aber zunehmend wird Kritik an dieser „technoökologischen“ Lösungsidee laut. Der Sozialphilosoph Wigbert Tocha fasst in seinem Buch „Grüne Gier“ diese Kritik zusammen und skizziert eine Alternative. \n  \nAus Tochas wachstumskritischer Sicht sind sogar Atomenergie und erneuerbare Energien gar keine Gegensätze. Beide Technologien hätten gemeinsam\, dass sie „den Traum von der unbegrenzt zur Verfügung stehenden Energie und damit den Traum vom unbegrenzten Wachstum“ befeuern. „Nicht nur mit der Atomkraft werden Antworten im Sinne eines technizistischen Musters gegeben\, sondern auch die Erneuerbaren bewegen sich in diesem Rahmen“\, stellt er fest. Tocha verweist darauf\, dass rein faktisch „der Energiebedarf einer auf Wachstum gepolten Industriegesellschaft … nicht mit angeblich unendlich zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energien gedeckt werden“ könne\, denn allein der Bedarf an Endenergie in Deutschland betrage 2.500 Terawattstunden (TWh); es stünde hierzulande nach Berechnungen jedoch nur ein Potenzial an erneuerbaren Energien von 700 TWh zur Verfügung. \n  \nWeder werde es möglich sein\, die Windkraft in dem geplanten Maß auszubauen noch die Industrie auf „grünen“ Wasserstoff umzustellen\, ohne hart an die Grenzen des Wachstums zu stoßen. Die Idee\, dass es möglich sei\, mit Innovationen den Ressourcenverbrauch vom Wirtschaftswachstum abzukoppeln\, sei ein Irrglaube\, der darauf basiere\, dass wir einem technizistischen Denkmuster und einer absoluten Wachstumslogik anhängen. Wobei Tocha diesen Irrglauben soziologisch vor allem in den urbanen\, ökoliberalen Milieus verankert sieht und den grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck als prominenten Zeugen zitiert („Wenn wir auf die Idee des Wachstums verzichten\, verzichten wir auf Fortschritt“). \n  \nAls Ausweg erscheint Tocha die „Abrüstung der Industriegesellschaft“\, worunter er die Entwicklung von Regionalökonomien versteht\, die auf einer „Bedarfswirtschaft“ basiert. Diese alternative Ökonomie „ist kommunitär ausgerichtet\, das heißt am Versorgungsbedarf eines Gemeinwesens – eines Landes oder einer Region –\, das als demokratischer Staat verfasst ist. Der Mechanismus der Konkurrenz miteinander ringender Kapitale ist außer Kraft gesetzt.“ Dass es bereits jetzt parallelwirtschaftliche Kreislaufe und subkulturelle Praktiken der Subsistenzwirtschaft in unserer Gesellschaft gibt\, reiche nicht aus\, vielmehr müsse die alternative Ökonomie zur bestimmenden Wirtschaftsform werden. \n  \nBeim Autorenabend wird Wigbert Tocha den Weg dorthin aufzeigen und uns auf seine „Suche  nach dem guten Leben“ mitnehmen. \n  \nWir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl. \nHier geht es zur Veranstaltungswebsite.
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SUMMARY:Klimapsychologie: Schluss mit den Ausreden!
DESCRIPTION:Die Kluft zwischen – hohem – Umweltbewusstsein und – mindestens inkonsequentem – Umweltverhalten ist oft thematisiert und beklagt worden. Beim Klima ist es nicht anders. Was den Laien wundert\, Klimaaktivisten ärgert und Politiker manchmal ratlos macht\, ist für den Psychologen durchaus erklärlich: „Als Menschen haben wir ein erstaunliches Talent dafür\, Widersprüche in unserem Denken und Handeln zu ignorieren\, aufzulösen oder achselzuckend zur Kenntnis zu nehmen“\, sagt uns z.B. Thomas Brudermann. \n  \nIn seinem Buch „Die Kunst der Ausrede“ erklärt der Psychologe und Nachhaltigkeitsforscher an der Universität Graz\, warum das so ist: Letztlich dienen all die Ausreden und faulen Kompromisse\, die wir machen\, der Aufrechterhaltung und dem Schutz unseres Selbstwertkonzepts. Wir sind psychische Energiesparer und Nutzenmaximierer: „Das Ausblenden von unangenehmen Konsequenzen des eigenen Konsumverhaltens ist jedenfalls eine effektive Selbstschutzstrategie und auch ein Schutzmechanismus\, um keine anstrengenden Verhaltensänderungen vornehmen zu müssen.“ \n  \nSage und schreibe 25 Ausrede-Strategien hat Thomas Brudermann gefunden\, die dazu beitragen\, dass wir „uns lieber selbst täuschen\, statt klimafreundlich zu leben“. Die breite Palette dürfte jedem und jeder Leser/in einige Aha-Erlebnisse bescheren. \n  \nIm Hintergrund stehen dabei zwei grundlegende Erkenntnisse der psychologischen Verhaltensökonomie: \n\nFaktenwissen ist hinsichtlich des klimarelevanten Verhaltens irrelevant. Nicht der Grad des Wissens entscheidet\, sondern die politische Gesinnung. Untersuchungen zeigen\, dass eher liberal eingestellte Menschen hohe\, eher konservative Menschen nur geringe Klimarisiken erkennen.\nGewohnheiten bestimmen unser Leben und machen Verhaltensänderungen schwer. Das habe „auch mit der Effizienz unseres Gehirns zu tun\, das durch automatisierte Verhaltensweisen seinen Energieaufwand reduziert“\, weiß der Psychologe. Und wir haben eben eine Reihe von Gewohnheiten entwickelt\, die umwelt- und klimaschädlich sind.\n\nAuch wenn solche Erkenntnisse der Psychologie die Hoffnung auf schnelle und grundlegende Verhaltensänderungen stark dämpfen\, zeigen sie uns doch eine realistischere Perspektive auf. „Auf individuelle Verantwortung zu setzen\, ist wenig zielführend\, wenn die notwendigen Strukturen für klimafreundliches Leben fehlen\,“ stellt Thomas Brudermann fest. Denn unser „Verhalten wird maßgeblich von der Entscheidungsarchitektur beeinflusst\, in der wir uns wiederfinden“. \n  \nEs müsste also darum gehen\, die Rahmenbedingungen für Verhaltensalternativen zu verbessern\, anstatt sich über inkonsequentes Verbraucherverhalten aufzuregen und die Klima-Ausreden der anderen anzuprangern. Das wäre sozusagen der Auftrag der Psychologie an die Politik. \n  \nWir empfehlen Ihnen: Melden Sie sich rechtzeitig an! Wir haben nur eine begrenzte Platzanzahl. \nHier geht es zur Veranstaltungswebsite.
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